Friday, April 30, 2010

#188, Die Schönheit der Arbeiterklasse

J. hatte mich vor kurzem zu einer Lesung ins Schilling eingeladen.
Ich kam, wie kaum anders zu erwarten, mit deutlicher Verspätung an, eine Gelegenheit zum Gespräch ergab sich nicht mehr, in diese ganze Veranstaltung fühlte ich mich ziemlich hineingeworfen. Von den anderen Autoren ist mir deshalb auch kaum etwas in Erinnerung geblieben, sicher waren sie nicht schlecht, am Ende jedoch kam da dieser ältere Mann.
Seine Darbietung bewegte sich nah an der Grenze zur Lächerlichkeit, und trotzdem erinnere ich ihn mit Zärtlichkeit. Denn der ältere Mann stellte sich, den Augen und Urteilen aller, er stellte sich und Fragen wie: Habe ich mich von meiner Klasse entfernt oder hat sich meine Klasse von mir entfernt? Hm, dachte ich, zeitgemäß ist anders. Er muss gewusst haben, dass wir alle dachten: Hm, zeitgemäß ist anders.
Und wenn ich heute die Zeitung aufschlage und die Hauswände ansehe, mir überall KRAWALL UND REMMIDEMMI entgegenschlägt, manchmal hysterisch, manchmal erwartungsfroh vorgetragen, aber immer mit diesem deutlichen Touch von Event-Kultur, dann denke ich an den älteren, beinahe lächerlichen Mann zurück mit Achtung.
Es ist nicht einfach, das Wort Arbeiterklasse mit Innigkeit auszusprechen, ich habe es versucht.

Thursday, April 29, 2010

#119, queen of my neighbourhood

Wie betrunken laufe ich heute durch mein Viertel, das bei Licht betrachtet ganz anders aussieht. Die Kampfhunde wurden weggepackt, die marodierenden Freaks verstecken sich lieber im Dunklen. Ich weiß, oben am Kanal blühen die Bäume.
Hier ist plötzlich alles voll mit jungen, gut aussehenden Mädchen auf Rädern.
Auch ich streife meine Strumpfhosen ab, ziehe mir offene Schuhe an. Die passen gar nicht so recht zum Rest meines Outfits, aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, wie ich königlich zum Kiosk schreite, bisweilen nach links und rechts freundlich grüßend, ohne es auf ein Gespräch ankommen zu lassen.
Ich bin die Königin meines Viertels, und umso besser, wenn die Anderen davon nichts ahnen. Auch die Aristokratie braucht ihre heimlichen Freuden.

Wednesday, April 28, 2010

#178, Tanzende Biologen

Ich hatte einmal Italienisch-Unterricht, das ist lange her. Der Kurs befähigte mich dazu, ein Zimmer im Hotel zu reservieren und ein Bier vom Fass zu bestellen. Ein Hotelzimmer brauchte ich aber gar nicht, ich brauchte eine Wohnung. Und Bier wollte ich bald nicht mehr trinken, sondern lieber Unmengen an Spritz, natürlich al bitter.
Außerdem erweiterte der Kurs unsere Kenntnisse in Sachen italienischem Pop, namentlich in Gestalt von Daniele Silvestri. Zuerst lernten wir das Futur, danach lagen wir vor Lachen unter dem Tisch, weil wir dann auch den Text verstanden hatten.
Pompa!, verwegen von H. in meine Richtung skandiert, führte noch Jahre später zu Szenen größter Heiterkeit, wir waren eben schon immer ziemlich cool.
Heute hingegen hat mir jemand eine Geschichte erzählt, in der es hauptsächlich um gescheiterte Experimente ging. Und ich stelle mir das Lied als Soundtrack vor, das Jahr 2002 im split-screen, hier zwei Mädchen, die mit ihrem Gekicher den Unterricht sprengen, dort genervte Wissenschaftler, die in Rom um ihre Petri-Schalen tanzen, um sich ein bisschen abzulenken. Über allem schallt pompa!, und schon wieder muss ich grinsen.

Tuesday, April 27, 2010

#76, Tässchen Kaffee

Liebesgeschichten beginnen mitten in der Nacht mit einem Kaffee, zu dem man nach oben gebeten wird. Liebesgeschichten enden mit einem Kaffee am Morgen, der schweigend getrunken wird.
Manchmal ist Kaffee das einzige, was du anzubieten hast.
Manchmal kannst du einen Kaffee nicht annehmen, wenn es das einzige ist, was dir angeboten wird.
Manchmal ist es das Beste, zurückzugehen, über Anfang und Ende nicht nachzudenken und den Kaffee zu trinken, den dir jemand in die Hand drückt.

Saturday, April 24, 2010

Thursday, April 22, 2010

#144, Die Schönheit der Routine

Ich fluche häufig, ich fluche gerne. Meistens gebrauche ich dabei nicht allzu ausgesuchte Vokabeln wie „scheiß...“ oder auch „verfickte/r/s...“ . Ich denke, fluchen hilft.
Ich fluche, weil ich schon wieder einen Nachmittag vertan habe. Ich fluche, weil scheinbar jeder außer mir diese Falten um meine Augen bemerkt hat. Ich fluche, weil ich mir nicht erklären kann, womit ich in die letzten drei Monate zugebracht habe.
Ich fluche, im Grunde, auf meine Routine. Scheiß Routine. Oder gerne auch: diese verfickte Routine. Seit heute weiß ich allerdings, dass auch die verfickteste Scheißroutine ihren Sinn hat.
Denn heute habe ich ein Auto gemietet: Wir fahren nach Binz. Ich weiß nicht, wie man nach Binz kommt. Ich weiß nicht, wie es in Binz aussieht. Ich weiß nicht einmal, warum es Binz sein musste. Der Name ist jedenfalls, wie alle nordöstlichen Städtenamen, leidlich. Ein GPS habe ich nicht reserviert.

Tuesday, April 20, 2010

#96, Die Schönheit der Intertextualität

Meine Ohrwürmer der letzten Woche:

Wild Boys – Duran Duran
Mana Mana – Sesamstraße
Ironic – Alanis Morissette
Blue Monday – New Order
Tu Vuo' Fa' L'Americano – Renato Carosone

Jeden dieser Songs muss man sich auf eine einzige Textzeile reduziert vorstellen. (Die einzige, die ich auswendig weiß.) Immer und immer und immer und immer und immer wiederholt. Und dann noch einmal.
Ich zähle ihn der Kassiererin im Supermarkt mit den Münzen aufs Band.
Ich führe ihn zwischen den Wartenden in der Metro spazieren.
– Und oft genug tanze ich auch dazu, wenn ich abends auf der Straße laufe.
Mit kleinen Pirouetten.

Sunday, April 18, 2010

#44, Die Schönheit von Kreuzberg

Im Park gesessen, Eis gegessen, hübschen Jungs nachgesehen, kein Bier getrunken, über Shorts diskutiert, die Skalitzer hinuntergegangen, stehen geblieben, weil der Duft eines Baumes so überwältigend war.
Den Baum gefunden, der rosa war und auf einem Platz stand, der völlig mit Müll übersät war.

Saturday, April 17, 2010

#134 The drugs don’t work

L’amore dei mie vent’anni si chiamava come me e mi ha spezzato il cuore.
Adesso che siamo diventati entrambi adulti mi piace pensare che il tempo, prima ancora che i sentimenti non ricambiati, ci abbia fatto perdere di vista e che nessuna tecnologia dovrebbe modificare quella sottile ragnatela che avvolge la vita di un po’ tutti, tenendoci lontani. Tanto può sempre succedere che una notte nel sogno ci si incontri di nuovo, così come si era allora, e ci si sottragga alla sofferenza prima che si faccia troppo vicina, sapendo che quella è la cosa giusta da fare perché era la cosa giusta da fare ma si era troppo giovani per comprendere, e, una volta chiusa la porta e aperti gli occhi, capire che, non potendo più tornare indietro, si può solo andare avanti.

Friday, April 16, 2010

#192, Die Schönheit der Zeit-Sektoren meiner Wohnung

Diese Wohnung ist eigentlich ziemlich groß. Ich benutze täglich alle Räume, ausfüllen kann ich sie aber nicht. Will ich auch gar nicht.
Ich gehe umher und betrete das eine Zimmer und dann das andere, ich tue ein paar Schritte, drehe mich, bringe meine Pläne mit mir, meine Gedanken, auch meinen Tagesablauf, gehe noch schnell hierhin und dorthin. Hinter mir weht die aktuelle Zeit ins Zimmer, Brise, Lüftchen.
Aber weil die Wohnung größer ist als der Raum, den ich ohne Mühe ausfüllen kann, bleibt Platz übrig. Um die Mitte des Zimmers sammeln sich kreisrund die Tage, Wochen lümmeln herum, ganze Monate.
Man sieht es an den Dingen, die unter der Zeit lagern. Diese Flasche Bier hat ein Besuch vor Wochen auf dem Balkon stehen lassen. Auf diesem Buch hat jemand vor 14 Tagen einen Kaffee ausgeschüttet. Diese Schrauben haben Freunde vorgestern auf dem Tisch verteilt. Ich beeile mich nicht, diese Spuren von Vergangenem zu beseitigen.
Im Gegenteil. Manchmal ziehe ich los, auf Expedition in die verschiedenen Zeit-Sektoren meiner Wohnung. Ich bewundere ihre Architektur und betrete sie übergangslos, indem ich ein fleckiges Buch zur Hand nehme, das ich seit Wochen nicht mehr angefasst habe.

Thursday, April 15, 2010

#180 Mi do i brividi

Francamente non potrei dire, almeno non in senso definitivo, di essere il tipo di persona che lascia le cose a metà o in sospeso, piuttosto sono molto abile nel trovare scuse, apparentemente convincenti, per far passare la mia pigrizia in secondo piano. E’ ovvio, tuttavia, che esistano obblighi che fanno bene: smettere di fumare, andare regolarmente in palestra – per quelli come me fermamente convinti che lo sport faccia male- e scrivere un blog.
Non sempre, però, riesco a trovare il senso un po’ perché non ho tutta questa fantasia e un po’ perché la parte più adolescenziale di me, quella ancora convinta che un giorno diventerò un’artista – non si sa bene in che campo, ma capperi! è sicuro – sta ancora rileggendo gli ermetici. Mi consola, allora, pensare che anche una sola frase possa spiegare molto e se il talento non c’è aiuta, o dovrebbe aiutare, il contesto.
Mi è stato fatto notare che alle sette di sera i risultati delle sinapsi dovrebbero essere diversi ma a me è venuto solo in mente che “il cinema americano stia rovinando il cinema”.

Wednesday, April 14, 2010

#131, Die Schönheit des Telefonklingelns

Nur sehr wenige Menschen haben meine Festnetznummer. Und während ich mein Handy oft ignoriere, wenn es scheppert, antworte ich auf ein Telefonklingeln fast immer.
Das Handy platzt heraus und hinein, noch bevor ich überhaupt antworte.
Aber das Telefon ruft News! News!, wenn es klingelt, und manchmal Alarm! Alarm!
Jemand hat bei sich zu Hause meine Nummer hervorgekramt, hat sie eingetippt, sich vergewissert, ob alle Zahlen korrekt eingegeben sind, horcht auf das Tuten, fragt sich, ob ich in diesem Moment wohl zu Hause sei. Hofft darauf. Denn jemand hat mir etwas mitzuteilen. Speziell mir, deshalb macht er sich die Mühe.
Und ich schwinge lässig den Arm über das Sofa, greife nach dem Hörer und frage mich einen kurzen Moment lang, durchaus mit Freude an der Ungewissheit:
Was wird es wohl diesmal sein?

Tuesday, April 13, 2010

#56 La pornocasalinga

Sono consapevole del fatto che, con la primavera alle porte, avere amiche ballerine possa sortire effetti indesiderati ma non potevo immaginare che dinanzi all’esclamazione “oggi ho deciso di pulire le finestre” si sviluppasse nella mia testa una strana fantasia con protagonista una donna di una certa età, mezz’ignuda, abbarbicata su una scala con mutandoni multicolor e fazzoletto stile nonnacontadinarussa in testa!

Monday, April 12, 2010

#199, Die Schönheit von Berlin-Besuch

Berlin ist magic hieß einmal eine Werbekampagne des Senats, als ich zum ersten Mal die Hauptstadt besuchte. Das war eine Klassenfahrt, so um 1995 herum wird das gewesen sein, und ich hatte mir damals schon geschworen, irgendwann hierher zurückzukommen, um zu bleiben.
Sonst kann ich mich nur noch daran erinnern, dass wir allerhand Blödsinn anstellten. Jemand schlief mit einem Angestellten der Pension C. Jemand warf unsere Klamotten in Müllsäcken auf die Straße. Jemand ging nicht auf das Neil-Young-Konzert, sondern lieber ins Café Anal.
Denn Berlin hat diese Wirkung auf Besucher.
Egal welchen Alters, egal welchen Geschlechts. Kaum angekommen, fangen sie an, Blödsinn zu machen. Sogar mein Besuch, obwohl das vibrierende Neukölln wahrscheinlich nicht das Berlin ist, das sich der Besucher erwartet hatte. Aber das ist ihm egal, dem Besucher, der Neukölln fälschlicherweise in irgendeinem Bezug zu Ku’damm, Kreuzberg und krassen Partys sieht. Der Besucher redet mit allen Leuten, überall, grinsend. Der Besucher betrinkt sich über den gesamten Zeitraum seines Aufenthalts mit schlechtem Pils, das er gut findet. Der Besucher klingelt an fremden Häusern und wird eingelassen, als er seinen Namen sagt. Der Besuch benimmt sich unmöglich, hält sein Verhalten aber durchaus für angebracht und sogar erwünscht. Ich liebe Besuch.

Saturday, April 10, 2010

# 190, La bellezza della piantina INRI

Eines Tages wuchs ein Pflänzchen dort, wo ich meine Teller zum Trocknen aufstelle. Dort gibt es nur Stahl und Seifenlauge, und ich dachte, wenn etwas so dringend leben will, dann soll es leben.
Ich pflanzte es ein, aber der Handwerker kam und warf es hinunter, in der Küche war es dunkel, meine Freunde kamen und lachten es aus.
Sie bastelten sogar ein Schildchen für das Pflänzchen, das gelb war und nicht sehr gesund aussah. Auf dem Schildchen stand, anstatt von Segenswünschen, nur das Kürzel INRI.
Ich ließ es dort, ich betrachtete es als kleine Anregung für das Pflänzchen (eines Tages, so wie ER, der SOhn des allmächtigen GOttes, aufzuerstehen und die Spötter zu strafen.)
Gestern kam ich auf den Gedanken, an der kleinen, gelben INRI-Pflanze zu riechen.
Sie roch gut. Ich kannte den Geruch. Ich erkannte ihn nur nicht gleich. (So ähnlich wird sich Saulus gefühlt haben, als er JEsus das erste Mal begegnete: Er hatte ihn einfach nicht erwartet.) Es war eine Tomate.
Ich glaube fest daran, dass die INRI-Tomate diesen Sommer Früchte tragen wird.
Und diese Früchte werden der Grundstein sein, auf dem ich meine Tomatenplantage errichten werde.

Friday, April 9, 2010

#7 Capita

Camminare per strada, voltarsi e incontrare Hegel.

Thursday, April 8, 2010

#127, Die Schönheit eines Konzert-Mitschnitts

Ein eigenartiger, gedrungener Mann mit einem Hut auf dem Kopf ballt die linke Faust beim Singen und stößt sie vor sich in die Luft. Dann wendet er sich ab, das Mikro lässt er stehen, er wirft sich in eine konkave Linie, er tanzt. Nach vorne gekrümmt, aber rückwärts gehend erreicht er den Bühnenrand, wo ihn eine Drehung gerade reißt. Jetzt zieht er sich den Hut in die Stirn.
So spaziert er am Mikro vorbei, einige Male, er schmeißt die Beine, stößt nach hinten aus, klappt die Knie zueinander und setzt dann doch wieder nur die Zehenspitzen auf.
Jede neue Drehung (die Bühne ist klein) lässt den Mann in eine andere Form schnellen, das ist eindringlich, das ist elegant, hübsch ist es nicht.
Alles untermalt ein plinkerndes Banjo.

Wednesday, April 7, 2010

#110 Letargo

Ci sono gesti che per alcune persone significano vacanza, per altre invece sono solo segmenti della propria esistenza. La mia adolescenza, per esempio, ha a che fare con l’entrare in casa con le scarpe appese tra indice e medio, correndo veloce sul terrazzo a scrollare via la sabbia. Scarpe di tela, bianca o blu. I colori e le infradito tedesche sono arrivate solo più tardi ed oggi che anche il più tardi è passato, camminando per le strade di una città senza mare mi è sembrato che l’estate potrebbe, tutto sommato, essere una possibilità. Sono entrata in un negozio ed ho comprato un paio di scarpe, di tela bianca.

Tuesday, April 6, 2010

#127 Die Schönheit eines Bauches

Ich möchte einmal Kinder haben, ganz sicher. Das bedeutet aber nicht, dass ich in spitze Schreie ausbreche, jedes Mal, wenn ich einen Kinderwagen sehe.
Und ich würde nie von mir behaupten: Ich mag Kinder. Kinder sind Menschen, deshalb ist es nur normal, dass man manche Kinder mag und andere nicht leiden kann.
Wer sagt "Ich mag Kinder", so ganz allgemein und unspezifisch, sagt damit eigentlich: Ich mag ihren Zustand, ich mag es, ihnen intellektuell überlegen zu sein, und zwar nicht deshalb, weil ich echt clever bin, sondern einfach, weil ich ihnen mindestens zehn Jahre voraus habe.
Und ich finde Schwangere nicht generell sexy. Oder süüüß. Schwangere können krass nerven.
Aber meine Freundin I., die schon immer hell war, hat bereits ein richtiges Bäuchlein. Und seitdem glänzt sie.

Monday, April 5, 2010

#16 Feste comandate

La fine del mal di testa, una notte di sonno, il caffè caldo del mattino seguente.

Sunday, April 4, 2010

#71, Die Schönheit des Kleinen

Der Zeitungskiosk am Hermannplatz. Ein dicker, kleiner Junge sieht sich die Mangas an, die im untersten Regal ausgestellt werden.
Der Junge ist wirklich dick und vor allem wirklich klein, vielleicht drei Jahre alt.
Außerdem hat er asiatische Gesichtszüge, deshalb wirkt das glückliche Lächeln auf seinem Gesicht noch breiter, als er endlich das richtige Heft gefunden hat, es sich unter den Arm klemmt und noch unter der Sichtgrenze der Duploriegel wieder hinausmarschiert.

Saturday, April 3, 2010

# 69 Svagata II

Le cose a tratti peggiorano e l’unico sollievo è scoprire di esserne sorpresi. Non è male, si fa così in tempo ad accorgersi dell’inizio di una nuova stagione e a noi gli inizi piacciono. Noi che non facciamo altro che cominciare qualcosa.
La luce del nord, con cui nel frattempo abbiamo preso confidenza, tende ad essere impertinente. Stavolta sai perfettamente da dove viene, è il calore che ti frega!

Friday, April 2, 2010

#154, Die Schönheit des Kapitalismus

Warum wir eigentlich in dieses Einkaufszentrum gehen mussten, weiß ich nicht. Irgendjemand wollte irgendetwas kaufen und hat es dann doch nicht getan. Aber wir waren jedenfalls im Einkaufszentrum. Mit uns Tausende von anderen Menschen, die tatsächlich etwas kauften, sowie die Erwartungen der Ladenbesitzer, dass für Tausende noch schnell eingekauft werden würde. Schließlich war am nächsten Tag Ostern.
Und zu Ostern wird ja schon lange nicht mehr ein bisschen Süßzeug verschenkt. Stattdessen gab es Kinderdisko im Untergeschoss, verängstigte Hoppelhasen in Gehegen und Frauen, die dafür bezahlt wurden, mit Bommeln am Hintern durch die Gänge zu laufen.
Wäre ich allein gewesen, hätte ich mich geekelt.
Wäre ich allein gewesen, wäre ich gar nicht in diesem Einkaufszentrum gelandet.
Aber ich war nicht allein. Ich war mit Freunden.
Und deshalb hatten wir mit Kinderdisko, Hoppelhasen und Häsinnen einen Heidenspaß. Dass man sich mit ihren Angeboten tatsächlich vergnügt, das hatten sich die Erfinder des Kapitalismus wahrscheinlich so nicht ausgedacht.

Thursday, April 1, 2010