Tuesday, February 8, 2011
#241, "Wir sagen Dankeschön und Auf Wiedersehen und traurig klingt der Schlussakkord in Moll"
Gerade heute wäre es mir wichtig gewesen, mich strahlend und stark zu fühlen. Denn heute jährt sich der Beginn unseres Selbstversuchs, 365mal haben wir uns seitdem die Frage gestellt, die es heute zu beantworten gilt: Kann man, wie Mark Aurel andeutet, seine Persönlichkeitsstruktur in glücklichere Bahnen lenken, indem man sich auf das Positive, das Schöne konzentriert?
Gerne hätte ich diese Frage rundheraus mit einem strahlenden und starken Ja beantwortet.
Gerade heute allerdings fühle ich mich ein bisschen einsam, ein wenig klein, gerade heute habe ich den Großteil des Tages damit zugebracht, eine Wand anzuschauen. Die Ursache dafür ist eine mörderische Grippe, die mich schon seit Tagen ins Bett zwingt, also kein Grund zur Beunruhigung. Tatsächlich aber kann ich nicht behaupten, durch die Arbeit an Aurelio und die Hinwendung zur täglichen Schönheit zu einem guten oder seelenstarken Menschen gereift zu sein. Keine Spur.
Seine Spuren hat Aurelio nur dort hinterlassen, wo ich den Alltag wahrnehme. Das lässt sich vielleicht am besten mit einer Kamera vergleichen. Egal, ob ich in meinem Viertel unterwegs bin oder etwas Neues sehe, die bloße Tatsache, dass ich eine Kamera dabeihabe, ändert meine Wahrnehmung. Mein Blick wird schärfer, ich bin auf der Suche nach Motiven: Durch die Arbeit an Aurelio kann ich das Schöne jetzt besser sehen. Etwas ganz Ähnliches beschreibt vielleicht auch Achim, allerdings zweifellos in glanzvollerer Prosa: Wie die Seele an Farbe gewinnt.
Ich danke Euch allen, dieses Aurelio-Jahr war für mich ein sehr gutes Jahr.
Gerne hätte ich diese Frage rundheraus mit einem strahlenden und starken Ja beantwortet.
Gerade heute allerdings fühle ich mich ein bisschen einsam, ein wenig klein, gerade heute habe ich den Großteil des Tages damit zugebracht, eine Wand anzuschauen. Die Ursache dafür ist eine mörderische Grippe, die mich schon seit Tagen ins Bett zwingt, also kein Grund zur Beunruhigung. Tatsächlich aber kann ich nicht behaupten, durch die Arbeit an Aurelio und die Hinwendung zur täglichen Schönheit zu einem guten oder seelenstarken Menschen gereift zu sein. Keine Spur.
Seine Spuren hat Aurelio nur dort hinterlassen, wo ich den Alltag wahrnehme. Das lässt sich vielleicht am besten mit einer Kamera vergleichen. Egal, ob ich in meinem Viertel unterwegs bin oder etwas Neues sehe, die bloße Tatsache, dass ich eine Kamera dabeihabe, ändert meine Wahrnehmung. Mein Blick wird schärfer, ich bin auf der Suche nach Motiven: Durch die Arbeit an Aurelio kann ich das Schöne jetzt besser sehen. Etwas ganz Ähnliches beschreibt vielleicht auch Achim, allerdings zweifellos in glanzvollerer Prosa: Wie die Seele an Farbe gewinnt.
Ich danke Euch allen, dieses Aurelio-Jahr war für mich ein sehr gutes Jahr.
#175, 600 mal den Traumzauberbaum (Achim)
Der eine erzählt, er hätte in Köpenick einen Typen getroffen, der hatte ein paar Kartons von der Platte, 600 Stück, Restbestände, 30 Jahre alt, keine Ahnung woher, er hatte sie und wusste nicht wohin damit. Er kaufte sie alle und dem Typen fiel ein Stein vom Herzen. Der Traumzauberbaum ist so eine Kinderplatte aus der DDR, an die sich mittlerweile selbst Wessis zu erinnern glauben – keine Ahnung, weswegen es genau diese sein muss. Die Geschichte der Platte kenne ich nicht, ich weiß nur: Sie verkauft sich. Er stellte sie immer ganz vorne in die Kiste – ein Blick genügte und die Platte war im Sack. Nach einem Jahr waren sie alle weg. Den ganzen Prenzlauer Berg muss er versorgt haben, ein ganzer Jahrgang wird seine Platten besitzen. Der Typ hat echt was bewirkt, denkt Euch nur, was für eine Verantwortung er trägt! 600 mal hat er den Traumzauberbaum in die Stuben der renovierten Altbauten rund um das LSD-Viertel geschickt – und die Kinder wissen gar nicht, wem sie den Zauber zu verdanken haben.
Monday, February 7, 2011
#193, Konjunktiv II: Die universale Lebensverhältnis-Vermischungsmaschine
Und jetzt mal Schluss mit der betulichen Biedermeier-Malerei. Was schön wäre? Mehr Gerechtigkeit in der Welt wäre schön.
Es wäre schön, wenn nicht schon durch den bloßen Zufall, wo einer geboren wird, große Teile seines Lebens vorherbestimmt wären. Wird einer in Afrika geboren, stirbt er früh, durch Hunger, AIDS oder Bürgerkrieg. Wird einer dagegen in Europa geboren, lebt er vermutlich länger, und vielleicht hat er sogar das Glück, bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit vom Staat unterstützt zu werden.
Auch dieses Sozialsystem erklärt sich aber nicht dadurch, dass wir die fähigeren Politiker haben, wie meine Mutter glauben möchte. Dass unsere Länder reich sind, liegt eben daran, dass die anderen Länder arm sind. Wir kaufen billig und verkaufen teuer, manchmal an dieselben Länder. Wenn die Leute von fairem Kapitalismus sprechen, weiß ich nicht, was sie meinen. Was ich also tun würde, um mehr Gerechtigkeit zu generieren? Ich würde den Leuten ihre Kinder wegnehmen, im Alter von 10 Jahren. Und diese in Adoptivfamilien in entgegen gesetzte Länder stecken, bis sie 20 sind. Kinder aus Deutschland nach Sierra Leone, Kinder aus Uganda nach Schweden. Ich glaube, das würde genügen. Um den Rest würden sich die Menschen selbst kümmern.
Es wäre schön, wenn nicht schon durch den bloßen Zufall, wo einer geboren wird, große Teile seines Lebens vorherbestimmt wären. Wird einer in Afrika geboren, stirbt er früh, durch Hunger, AIDS oder Bürgerkrieg. Wird einer dagegen in Europa geboren, lebt er vermutlich länger, und vielleicht hat er sogar das Glück, bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit vom Staat unterstützt zu werden.
Auch dieses Sozialsystem erklärt sich aber nicht dadurch, dass wir die fähigeren Politiker haben, wie meine Mutter glauben möchte. Dass unsere Länder reich sind, liegt eben daran, dass die anderen Länder arm sind. Wir kaufen billig und verkaufen teuer, manchmal an dieselben Länder. Wenn die Leute von fairem Kapitalismus sprechen, weiß ich nicht, was sie meinen. Was ich also tun würde, um mehr Gerechtigkeit zu generieren? Ich würde den Leuten ihre Kinder wegnehmen, im Alter von 10 Jahren. Und diese in Adoptivfamilien in entgegen gesetzte Länder stecken, bis sie 20 sind. Kinder aus Deutschland nach Sierra Leone, Kinder aus Uganda nach Schweden. Ich glaube, das würde genügen. Um den Rest würden sich die Menschen selbst kümmern.
Sunday, February 6, 2011
#117, Konjunktiv II: Ländliches Idyll, davor er und ich
Das Alter würde ich gerne in irgendeinem warmen Landstrich verbringen, ich würde in einem kleinen Häuschen wohnen, und im Garten hätte ich einen Rosenstock. Daneben einen Oleander, einen Jasmin und verschiedene duftende Gewürzsträucher. Meine Tomaten würde ich selbst anbauen und meine zwei Hühner jeden Morgen aus den Beeten verjagen.
Mein Mann und ich wären meistens gesund, er wäre in den letzten Jahrzehnten kahl geworden und ich hätte einen wirklich imposanten Hintern angesetzt, auf den mir mein Mann, der alte Schwerenöter, manchmal einen Klaps geben würde. Hin und wieder würden wir Schach spielen und dabei Brot in Milchkaffeeschalen stippen, meistens aber wären wir damit beschäftigt, uns von den alten Freunden oder unseren Kindern und Enkelkindern besuchen zu lassen.
Mein Mann und ich wären meistens gesund, er wäre in den letzten Jahrzehnten kahl geworden und ich hätte einen wirklich imposanten Hintern angesetzt, auf den mir mein Mann, der alte Schwerenöter, manchmal einen Klaps geben würde. Hin und wieder würden wir Schach spielen und dabei Brot in Milchkaffeeschalen stippen, meistens aber wären wir damit beschäftigt, uns von den alten Freunden oder unseren Kindern und Enkelkindern besuchen zu lassen.
Saturday, February 5, 2011
#200, Konjunktiv II: Frucht/furchtbarer Diskurs
Ich bin 32 Jahre alt. Wenn ich mich daran gewöhnt haben werde, werde ich bald die 33 feiern, das ist mir so ähnlich schon öfter passiert. Vor kurzem habe ich in einem Wissenschaftsblättchen eine Nachricht gelesen, die mich deutlich verstimmt zurückließ. Anstatt, wie bislang angenommen, mit Anfang 40, lasse die Fruchtbarkeit bei Frauen schon Mitte 30 rapide nach. Stand da. Und hat mich also verstimmt.
Da konnte ich mir tausendmal vorhalten, ich sei eine junge, urbane Frau und über schier biologische Zusammenhänge erhaben. Graefekiez und Prenzlauer Berg habe ich aus meiner Wohnungssuche bewusst ausgeklammert. Ich hasse Mütter-Rudel, die es amüsant finden, wenn einem die Welpen um die Beine springen. Überhaupt kann ich als junge urbane Frau dem Kleinkind nur wenig abgewinnen.
Aber die Wahrheit ist: Ich scharre mit den Füßen, ich kann gar nichts dagegen tun. Allmählich, nämlich bevor ich noch die Mitte 30 erreicht habe, hätte ich gerne ein Kind. Was soll ich sagen: Ich mache mich zum Gespött. Trotzdem wäre ich gerne Mutter, eine coole Mutter nämlich und mit einem coolen Vater zusammen, und gemeinsam würden wir dem Kind eine liebevollere Kindheit geben, als ich sie hatte.
Ich nehme an, diese Idee ist nicht wirklich originell. Scheiß drauf.
Da konnte ich mir tausendmal vorhalten, ich sei eine junge, urbane Frau und über schier biologische Zusammenhänge erhaben. Graefekiez und Prenzlauer Berg habe ich aus meiner Wohnungssuche bewusst ausgeklammert. Ich hasse Mütter-Rudel, die es amüsant finden, wenn einem die Welpen um die Beine springen. Überhaupt kann ich als junge urbane Frau dem Kleinkind nur wenig abgewinnen.
Aber die Wahrheit ist: Ich scharre mit den Füßen, ich kann gar nichts dagegen tun. Allmählich, nämlich bevor ich noch die Mitte 30 erreicht habe, hätte ich gerne ein Kind. Was soll ich sagen: Ich mache mich zum Gespött. Trotzdem wäre ich gerne Mutter, eine coole Mutter nämlich und mit einem coolen Vater zusammen, und gemeinsam würden wir dem Kind eine liebevollere Kindheit geben, als ich sie hatte.
Ich nehme an, diese Idee ist nicht wirklich originell. Scheiß drauf.
Friday, February 4, 2011
#200, Wie die Seele an Farbe gewinnt (Achim)
Die Vorstellung, die Seele ließe sich entlasten, indem man sich etwas von ihr redet, ist mehr als sonderbar – als ob ein grauer Schleier von ihr fallen könnte, indem Worte den Mund verlassen, und nach zwei Wein am Ecktisch ist das Gemüt wieder leuchtend rot. Viel spannender finde ich die Vorstellung, sich etwas auf die Seele zu reden, oder alternativ, zu schreiben, zu erzählen oder erzählen zu lassen, so dass mit dem, was erzählt wird, die Seele an Farbe gewinnt.
Wie Worte das aufnehmen können, was in den Sinnen liegt, zum Beispiel zwei Topfenstrudel, die das Wort „Stütze“ beschreiben, so wünsche ich mir Worte, die die Seele beschreiben können. Wenn es gelänge, in Worten die Farben des Topfenstrudels zu fangen, so könnte die Seele mit Worten an dem, was mit ihnen gefunden wurde, an Glanz gewinnen. Schreiben verliefe von außen nach innen: Das, was vor Augen liegt, beschreibt Worte, und die Worte wiederum beschreiben die Seele. Farbe und Glanz dessen, was der Kosmos hergibt, könnte Grund genug sein, die Augen weit auf zu machen und Schönheiten aufzusagen, so wie sie sich finden und wahrhaftig sind. Aufmerksamkeit ist eine Tugend, denn die Farbe der Seele ist der Glanz der geschilderten Welt.
Wie Worte das aufnehmen können, was in den Sinnen liegt, zum Beispiel zwei Topfenstrudel, die das Wort „Stütze“ beschreiben, so wünsche ich mir Worte, die die Seele beschreiben können. Wenn es gelänge, in Worten die Farben des Topfenstrudels zu fangen, so könnte die Seele mit Worten an dem, was mit ihnen gefunden wurde, an Glanz gewinnen. Schreiben verliefe von außen nach innen: Das, was vor Augen liegt, beschreibt Worte, und die Worte wiederum beschreiben die Seele. Farbe und Glanz dessen, was der Kosmos hergibt, könnte Grund genug sein, die Augen weit auf zu machen und Schönheiten aufzusagen, so wie sie sich finden und wahrhaftig sind. Aufmerksamkeit ist eine Tugend, denn die Farbe der Seele ist der Glanz der geschilderten Welt.
Thursday, February 3, 2011
#200, Konjunktiv II: Glücklichere Umstände
Jeder ist seines Glückes Schmied, Volksweisheit. Vielleicht stimmt sie solange, wie man nicht Frau ist und Geisteswissenschaftlerin. Um in dieser Kombination einen dezenten beruflichen Erfolg jenseits des Praktikums zu haben, ist man definitiv auf glückliche Umstände angewiesen. Auch die Zufälle natürlich gilt es zu nutzen, ich sage nicht, dass es hier nicht auf die Eigeninitiative ankäme. Doch: Jeder ist seines Glückes Schmied, dieses kapitalistische Postulat vom Einsatz, der belohnt wird, das kann man den Erfolgs-Calvinisten ruhig abschlagen. Man muss ihnen ja nicht alles abkaufen, was sie einem als Selbstgeißelungs-Instrument so anbieten. Und wenn ich also schon auf die glücklichen Umstände angewiesen bin, dann wäre es doch schön, wenn sie ein wenig glücklicher wären, die Umstände.
Zum Beispiel könnte ich in Frankfurt mit dem Verleger auf eine verspätete Tram warten, und das Gespräch könnte Wochen darauf in den Geschäftsräumen fortgeführt werden, wo mir der ältere Herr erzählen würde, mein Buch begeistert verschlungen zu haben.
Oder meine Bewerbung, die wie immer ein wenig später als die meisten eingegangen wäre, könnte sich gerade aus diesem Grund als die einzig brauchbare erweisen, weil die unterbezahlte Personalmanagement-Praktikantin ihren Kaffee auf dem Stapel der anderen 169 Mappen umgekippt hätte. Wahlweise ließe sich das auch wechselseitig denken.
Zum Beispiel könnte ich in Frankfurt mit dem Verleger auf eine verspätete Tram warten, und das Gespräch könnte Wochen darauf in den Geschäftsräumen fortgeführt werden, wo mir der ältere Herr erzählen würde, mein Buch begeistert verschlungen zu haben.
Oder meine Bewerbung, die wie immer ein wenig später als die meisten eingegangen wäre, könnte sich gerade aus diesem Grund als die einzig brauchbare erweisen, weil die unterbezahlte Personalmanagement-Praktikantin ihren Kaffee auf dem Stapel der anderen 169 Mappen umgekippt hätte. Wahlweise ließe sich das auch wechselseitig denken.
Wednesday, February 2, 2011
#171, Konjunktiv II: Was schön wäre
Je älter ich werde, desto mehr möchte ich zum Stoiker werden. Es wäre schön, in der Zukunft ein ausgewogenes Verhältnis zu finden. Zwischen den widerstreitenden Parts in meinem Leben, die kaum jemals unter einen Hut zu bringen sind: Wenn ich arbeite, schreibe ich nicht. Wenn ich aber doch arbeite und schreibe, dann vernachlässige ich meine Beziehung. Wenn ich, in seltenen Fällen, aber arbeite und schreibe und Sex habe, dann bleibt mit Sicherheit keine Zeit mehr für die Freunde. Wenn ich stattdessen, was überhaupt noch nie vorgekommen ist, arbeite und schreibe und Sex habe und mich mit den Freunden treffe, dann esse ich nur noch Sachen auf die Hand, Fastfood, das schlecht ist für mich, zwischen einem Termin und dem Anderen.
Und die Möglichkeit, etwa Sport zu treiben, ist damit noch nicht einmal angesprochen.
Schön wäre also, ein Verhältnis zu finden, das es mir erlaubt, all diese Dinge ihrer Priorität nach einzuordnen und abzustreichen. Ich könnte mich darauf konzentrieren, ein sinnvolles, selbstbestimmtes Leben zu führen, das mir in allen Punkten entsprechen würde.
Und die Möglichkeit, etwa Sport zu treiben, ist damit noch nicht einmal angesprochen.
Schön wäre also, ein Verhältnis zu finden, das es mir erlaubt, all diese Dinge ihrer Priorität nach einzuordnen und abzustreichen. Ich könnte mich darauf konzentrieren, ein sinnvolles, selbstbestimmtes Leben zu führen, das mir in allen Punkten entsprechen würde.
Tuesday, February 1, 2011
#200, Der Barbier von Lissabon (Achim)
Kai erzählt die Geschichte der unruhigen Hand, ein echter Klassiker! Er ist betrunken und muss sie erzählen, ich habe keine Wahl und höre ihm zu. Der Barbier von Lissabon war 85, arbeitete in einem Herrensalon, in Lissabon, kein Frisör, nein, ein Barbier mit feinen Händen, die immer frisch gewaschen wirken. Auch in dem Alter noch steckt er in seinem Kittel wie im Frack, und mit sanft erhobenen Armen kam er mir näher und er seifte mich ein, schärfte die Klinge, sie zittert in der Hand, einen Zentimeter hat er noch, und so er den Hals erreichte wurde seine Hand ruhig und ich atmete durch, als kein Blut den Schaum verfärbte. Die Rasur war aller erste Sahne, ich kann Dir sagen, nie wieder habe ich so geschwitzt unter dem Schaum, und nie wieder fühlte ich mich derart Frisch nach der Rasur, ein Meister, ein Handwerker, einer, dessen Arbeit jeden Preis Wert ist. Er will eine neue Zigarette anzünden, sucht nach Feuer, und ich zeige auf die, die er noch zwischen den Fingern hat und beim Erzählen vergaß und sicher noch zwei Züge hergibt. Sein Kopf dröhnt, ich kann es sehen, denn er drückt ein Auge zu, um den Ascher zu treffen.
Monday, January 31, 2011
Sunday, January 30, 2011
#197, Café Paradiso
Kneipennamen gibt es ja viele blöde. Vor allem im hippen Teil von Neukölln findet man eine schöne Auswahl von richtig bescheuerten Kneipennamen, da gibt es zum Beispiel die „Kachelounge“, also gesprochen Kachel-Lounge, oder den Laden, der fast einmal „Klick“ geheißen hätte, dann im letzten Moment aber den weit polyglotteren Namen „Gaston“ erhalten hat. Dazu kommen all die Kneipen, deren Namen der aktuellen Unsitte geschuldet sind, zwei Eigennamen zu führen (möglichst die der Besitzer), die sich im Folgenden dann aber natürlich niemand merken kann. Da gibt es in meiner Straße etwa das „Cindy und Bert“, ein bisschen weiter oben am Kanal das „Marianne und Michael“ und Richtung Treptow das „Gitte und Klaus“ mit dem wunderbaren fränkischen Strauss-Bier.
Mein Lieblingsladen ist aber eine Kneipe Richtung Metro, eine Kneipe, in der grundsätzlich nur ein paar Säufer zwischen blinkenden Spielautomaten herumsitzen. Diese Kneipe hieß bis gestern „Café Endstation“, was ich lange nicht anders als ironisch verstehen konnte. Anscheinend ist den Besitzern aber im aufstrebenden Umfeld der Fun-Berliner und Mitte-Flüchtlinge ihr eigener Realismus ein bisschen auf die Nerven gegangen. Der Laden mit seinen drei Säufern und den blinkenden Spielautomaten heißt jetzt „Café Paradiso“ und in den Schildern fliegt sogar ein bunter Papagei.
Mein Lieblingsladen ist aber eine Kneipe Richtung Metro, eine Kneipe, in der grundsätzlich nur ein paar Säufer zwischen blinkenden Spielautomaten herumsitzen. Diese Kneipe hieß bis gestern „Café Endstation“, was ich lange nicht anders als ironisch verstehen konnte. Anscheinend ist den Besitzern aber im aufstrebenden Umfeld der Fun-Berliner und Mitte-Flüchtlinge ihr eigener Realismus ein bisschen auf die Nerven gegangen. Der Laden mit seinen drei Säufern und den blinkenden Spielautomaten heißt jetzt „Café Paradiso“ und in den Schildern fliegt sogar ein bunter Papagei.
Saturday, January 29, 2011
#177, Auf Buchstaben pusten (Achim)
Ich habe Johannes besucht, in einer Galerie sitzt er an einem winzigen Schreibtisch, wie ein Ausstellungsstück das die Besucher seiner Bilder neugierig beäugt – um ihn herum beängstigende Tuschzeichnungen, schwarz, grau, mit Schrift durchsetzt und Gesichtern, die aus Fotos in die übermalende Farbe drängen, Schrift in Buchstaben die einzeln gemalt sind, sich verkanten und fügen, voller Haken, teils nur Symbole, Gestalten, bepustet, wie er sagt, als die Farbe noch tropfnass war, so dass sie ausfransen und in das Bild wandern. Ich kenne Johannes und ich weiß wo er war, als er die Buchstaben bepustete, er hat es mir erklärt, und ich stelle mir vor wie er gebeugt über dem Papier hing, pustete und pustete, den Schwindel erlebte, Pausen machte, die Bilder trocknen ließ und schließlich zeigte – vor vielen Jahren. Die Bilder bleiben hier, sagt er, jemand kümmert sich um sie, er hat genug. Die eine Wand hier ist rosa, er wollte das so, der Rest der Galerie bleibt weiß. Er fragt: Wie findest Du die Farbe? Ich liebe rosa, sagte ich ihm, und freue mich über seine Wahl.
Friday, January 28, 2011
#173, Allerweltsgeschichte
Neulich in der Kneipe stehe ich am Tresen, neben mir ein Typ, den ich schon einmal gesehen habe. Er dreht sich zu mir und quatscht mich mit dem ältesten Spruch der Welt an, er sagt: Sag mal, kennen wir uns nicht von irgendwoher?
Fast muss ich lachen, aber trotzdem beschließe ich, ihm noch bis zur nächsten Antwort Zeit zu geben. Na ja, sage ich, wahrscheinlich sind wir beide öfter hier.
Er guckt und schaut und tut, als ob es etwas nachzudenken gäbe und dann überrascht er mich. Nein, er schüttelt den Kopf, wir kennen uns aus der Metro. Aus der Metro? Nicht dass ich wüsste. Er insistiert, als ob ich geantwortet hätte: Doch, doch, ich habe gelesen und du hast mich angesehen und dann bin ich ausgestiegen.
Dunkel, ganz dunkel erinnere ich mich, Allerweltsgeschichte. Er hielt sein Buch in einem Winkel, dass ich den Titel nicht erkennen konnte. Aber das sage ich nicht.
Stattdessen beglückwünsche ich ihn zu seinem guten Gedächtnis. Und mich dazu, vor über einem Jahr einmal erinnerungswürdig geguckt zu haben.
Fast muss ich lachen, aber trotzdem beschließe ich, ihm noch bis zur nächsten Antwort Zeit zu geben. Na ja, sage ich, wahrscheinlich sind wir beide öfter hier.
Er guckt und schaut und tut, als ob es etwas nachzudenken gäbe und dann überrascht er mich. Nein, er schüttelt den Kopf, wir kennen uns aus der Metro. Aus der Metro? Nicht dass ich wüsste. Er insistiert, als ob ich geantwortet hätte: Doch, doch, ich habe gelesen und du hast mich angesehen und dann bin ich ausgestiegen.
Dunkel, ganz dunkel erinnere ich mich, Allerweltsgeschichte. Er hielt sein Buch in einem Winkel, dass ich den Titel nicht erkennen konnte. Aber das sage ich nicht.
Stattdessen beglückwünsche ich ihn zu seinem guten Gedächtnis. Und mich dazu, vor über einem Jahr einmal erinnerungswürdig geguckt zu haben.
Thursday, January 27, 2011
#67, Heute hier, morgen da
Ich wohne zur Probe, jeden Tag fast, so um die zehn Minuten. Ich durchmesse fremde Räume mit Schritten und überlege, wie man möglichst elegant Einbauküchen loswerden könnte. Ich werfe neugierige Blicke aus Fenstern und abschätzende auf die Personen, die mein Probewohnen durchkreuzen. Habe ich das alles hinter mich gebracht, komme ich zu dem Schluss: Nein, hier möchte ich nicht wohnen.
Und dann gehe ich zurück nach Hause.
Und dann gehe ich zurück nach Hause.
Wednesday, January 26, 2011
#198, Cuba-Nachtrag: Viele Kubas
Wir hatten erwartet, dass zwei Wochen ausreichen würden, um uns eine Vorstellung von Kuba zu machen. Doch unser Projekt war ein bisschen kurz gegriffen, denn wir trafen kubanische Gangster in Rapper-Manier, Hausfrauen, die in Ruinen lebten, wir trafen reiche CUC-Kubaner, auch einen katholischen Priester. Und damit fanden wir nicht ein Kuba, eine Wahrheit, an die man sich halten, von der man zu Hause berichten konnte, sondern wir fanden zwei, drei, viele Länder auf dieser Insel.
Die Wahrheit von Jesús war eine, die sich nicht nur auf sein eigenes Land bezog. Der über 70-Jährige ist ein Veteran der Revolution, er hat damals mitgekämpft, das ist verbürgt. Was die aktuelle Weltlage betrifft, ist er erstaunlich gut informiert, wenn man die Nachrichtenleere in den Parteiblättern bedenkt. In seinem Abriss der letzten 50 Jahre strahlt Kuba einen Glanz aus, der die Welt erhellt. Denn Kennedy wurde ermordet, weil er mit Castro paktieren wollte. Und Deutschland, strahlt er, ist noch immer eines der fortschrittlichsten Länder der Welt, weil der kommunistische Teil akzeptiert hat, den kapitalistischen zurückzunehmen.
„Geht und kämpft in euren Ländern für die Revolution,“ gibt er uns nach Stunden mit auf den Weg. Wir nicken, fast schon mit einem Kloß im Hals.
Die Wahrheit von Jesús war eine, die sich nicht nur auf sein eigenes Land bezog. Der über 70-Jährige ist ein Veteran der Revolution, er hat damals mitgekämpft, das ist verbürgt. Was die aktuelle Weltlage betrifft, ist er erstaunlich gut informiert, wenn man die Nachrichtenleere in den Parteiblättern bedenkt. In seinem Abriss der letzten 50 Jahre strahlt Kuba einen Glanz aus, der die Welt erhellt. Denn Kennedy wurde ermordet, weil er mit Castro paktieren wollte. Und Deutschland, strahlt er, ist noch immer eines der fortschrittlichsten Länder der Welt, weil der kommunistische Teil akzeptiert hat, den kapitalistischen zurückzunehmen.
„Geht und kämpft in euren Ländern für die Revolution,“ gibt er uns nach Stunden mit auf den Weg. Wir nicken, fast schon mit einem Kloß im Hals.
Tuesday, January 25, 2011
#149, Nachtrag Cuba: Blaue Lagune
Im Naturschutzgebiet sind wir die einzigen Badenden am Strand. Kein Wunder, es war nicht einfach, hierher zu kommen. Der Rest der kleinen Insel ist von Mangroven überwuchert, aber hier in der Bucht ist der Sand fein und weiß. Die großen Krebse entfernen sich seitlich, wenn ich baden gehe, die kleinen Krebse ducken sich unter Muschelschalen. Um zu sehen, was auf dem Grund passiert, brauche ich keine Taucherbrille.
Am Strand finde ich Korallen und nie gesehene Muscheln. Lu lacht und sagt, ich benehme mich wie ein Kind. Das meint er freundlich.
Am Abend sind wir noch immer allein. Es ist ganz still, außer gelegentlichem Vogelgezwitscher hört man nichts bis auf das sachte Geräusch des Wassers. Die seichten Wellen flappen auf den Strand, wo sie dazu führen, dass sich die Sandkörner, Steinchen und kleinen Muschelschalen aneinander reiben. Es hört sich an wie flabschwiiiiii, mit einem ganz leise geflüsterten i am Ende.
Am Strand finde ich Korallen und nie gesehene Muscheln. Lu lacht und sagt, ich benehme mich wie ein Kind. Das meint er freundlich.
Am Abend sind wir noch immer allein. Es ist ganz still, außer gelegentlichem Vogelgezwitscher hört man nichts bis auf das sachte Geräusch des Wassers. Die seichten Wellen flappen auf den Strand, wo sie dazu führen, dass sich die Sandkörner, Steinchen und kleinen Muschelschalen aneinander reiben. Es hört sich an wie flabschwiiiiii, mit einem ganz leise geflüsterten i am Ende.
Monday, January 24, 2011
#118, Nachtrag Cuba: Tugend aus der Not
In Cuba gibt es am Abend nicht viel zu tun, die Straßen sind dunkel, denn das Licht ist teuer, genauso wie der Schnaps. Zum ersten Mal seit Jahren genieße ich tägliche acht bis neun Stunden Schlaf.
Am Morgen erwache ich ohne Wecker, und trotzdem ist es noch früher Tag. Weil es kein warmes Wasser gibt, dusche ich kalt und fühle mich frisch und stark nach dem Abtrocknen.
Das Frühstück ist eine Vitaminbombe, es gibt frisch gepressten Orangensaft, dazu geschnittenes Obst, heute hat die Wirtin Bananen, Ananas und Papaya aufgetrieben.
Von der Zigarette nach dem Essen wird mir schwindelig, entgegen meiner Gewohnheit drücke ich sie aus. Und zum ersten Mal denke ich ernsthaft darüber nach, meinen Lebensstil zu verändern.
Am Morgen erwache ich ohne Wecker, und trotzdem ist es noch früher Tag. Weil es kein warmes Wasser gibt, dusche ich kalt und fühle mich frisch und stark nach dem Abtrocknen.
Das Frühstück ist eine Vitaminbombe, es gibt frisch gepressten Orangensaft, dazu geschnittenes Obst, heute hat die Wirtin Bananen, Ananas und Papaya aufgetrieben.
Von der Zigarette nach dem Essen wird mir schwindelig, entgegen meiner Gewohnheit drücke ich sie aus. Und zum ersten Mal denke ich ernsthaft darüber nach, meinen Lebensstil zu verändern.
Sunday, January 23, 2011
#153, Nachtrag Cuba: Endlich. Die Schöpfer.
Wir fahren über Land. Draußen scheint die Sonne, der Himmel ist blitzblau, in der Karibik ist das der Winter. Die Landschaft ist hügelig, es gibt Palmen, Kühe, später riesige Felder mit Tabak, mit Zuckerrohr, mit Bananen. Menschen sehen wir keine. Mir scheint die üppige Vegetation dort draußen gut gepflegt, ein Garten ohne Gärtner.
Wir fragen uns, wie die Flora im Sommer, nach dem Regen, aussehen mag. Muss man das, was wir sehen, als winterlich karg verstehen? Oder ist die Landschaft im Sommer verbrannt, wie man es aus südeuropäischen Ländern kennt?
Wir fahren stundenlang, und noch immer sind wir nicht einmal am Rand eines Dorfes vorüber gekommen. Stattdessen gibt es weiterhin Palmen, Kühe, riesige Felder mit Tabak, Zuckerrohr und Bananen. Alles menschenleer. Wann wird hier gesät, wann geerntet?
Dann endlich sehe ich zwei Männer. Sie sitzen am Rand eines Bananenhains im Schatten einer Bananenstaude, sie erzählen sich etwas. Bei mir denke ich: Endlich. Die Schöpfer.
Wir fragen uns, wie die Flora im Sommer, nach dem Regen, aussehen mag. Muss man das, was wir sehen, als winterlich karg verstehen? Oder ist die Landschaft im Sommer verbrannt, wie man es aus südeuropäischen Ländern kennt?
Wir fahren stundenlang, und noch immer sind wir nicht einmal am Rand eines Dorfes vorüber gekommen. Stattdessen gibt es weiterhin Palmen, Kühe, riesige Felder mit Tabak, Zuckerrohr und Bananen. Alles menschenleer. Wann wird hier gesät, wann geerntet?
Dann endlich sehe ich zwei Männer. Sie sitzen am Rand eines Bananenhains im Schatten einer Bananenstaude, sie erzählen sich etwas. Bei mir denke ich: Endlich. Die Schöpfer.
Saturday, January 22, 2011
#200, Nachtrag Cuba: Bevor man ankommt
Wer reist, wappnet sich – denn er weiß, dass es gilt, Unbill zu überstehen. Die Verspätung, die unbequemen Sitze, die aberwitzigen Schlangen vor der inmigración: all das nahm ich, als erfahrener Kosmopolit, mit Humor.
Als ich meinen Rucksack neben dem Gepäckband liegen sah, hätte mich der penetrante Geruch nach Olivenöl freilich warnen können. Aber ich hatte einfach nicht damit gerechnet, dass irgendein Trottel ein Bataillon von Olivenölflaschen in seinem Gepäck versteckt hatte, das dann natürlich beim Transport zerbrach. Mein Rucksack war in Öl eingelegt und zog wie eine Schnecke eine glitschige Spur hinter sich her, als ich ihn vor den Flughafen schleifte. Da war nichts zu machen: Eben noch erfahrener Kosmopolit, war ich jetzt bloß noch eine stinksaure Touristin, das Olivenöl hatte sich fest mit der Erschöpfung verbacken und führte dazu, dass ich von Kuba schon genug hatte, bevor ich die Insel überhaupt betrat.
Wir nahmen ein Taxi in die Stadt, Habana, die ich mir lange vorgestellt hatte, konnte mir egaler nicht sein. Wir kamen durch eine Favela, die meine Stimmung nur versinnbildlichte. Dort auf der Veranda probten zwei zwölfjährige Mädchen in kurzen Hosen eine Art Synchrontanz. Sie lachten und stubsten sich gegenseitig.
Ich atmete tief ein: Jetzt konnte es losgehen.
Als ich meinen Rucksack neben dem Gepäckband liegen sah, hätte mich der penetrante Geruch nach Olivenöl freilich warnen können. Aber ich hatte einfach nicht damit gerechnet, dass irgendein Trottel ein Bataillon von Olivenölflaschen in seinem Gepäck versteckt hatte, das dann natürlich beim Transport zerbrach. Mein Rucksack war in Öl eingelegt und zog wie eine Schnecke eine glitschige Spur hinter sich her, als ich ihn vor den Flughafen schleifte. Da war nichts zu machen: Eben noch erfahrener Kosmopolit, war ich jetzt bloß noch eine stinksaure Touristin, das Olivenöl hatte sich fest mit der Erschöpfung verbacken und führte dazu, dass ich von Kuba schon genug hatte, bevor ich die Insel überhaupt betrat.
Wir nahmen ein Taxi in die Stadt, Habana, die ich mir lange vorgestellt hatte, konnte mir egaler nicht sein. Wir kamen durch eine Favela, die meine Stimmung nur versinnbildlichte. Dort auf der Veranda probten zwei zwölfjährige Mädchen in kurzen Hosen eine Art Synchrontanz. Sie lachten und stubsten sich gegenseitig.
Ich atmete tief ein: Jetzt konnte es losgehen.
Friday, January 21, 2011
#194, Das Bild mit den Herzen (Achim)
Das Bild mit den Herzen hält mich zum Narren. Drauf sind zehn Herzen, ein Bund Radieschen und eine Rübe, ein paar Linien, die Risse sein könnten, und ein paar krakelige Namen neben Buchstaben - nur ein Herz heißt Herz. Immer wieder nehme ich es ab, öffne den Rahmen und erneuere die Klebepunkte auf der Rückseite. Dann hält es eine Weile, und ich denke schon: Jetzt warst Du gründlich genug. Und dann, nach einem Jahr oder zweien, hat es sich doch wieder gelöst und hängt schief hinter der Glasplatte. Jetzt habe ich genug, ein neues Bild ist da – die Gebrauchsanleitung des Föhns, den ich zum Geburtstag bekommen habe. 15 Jahre habe ich die Haare nicht mehr geföhnt - doch er liegt gut in der Hand und pustet schön kräftig, so dass ich ihn behalten will, auch wenn ich ihn lieber nicht oft benutze. Die Gebrauchsanleitung ist so groß wie der Kunstdruck, ein riesiges Poster voll winziger Schrift, in wenigstens 10 Sprachen die Bedienung für nur drei Knöpfe, einer regelt die Temperatur, einer das Gebläse, und einer geheimnisvolle haarschonende Ionen. Viel Text für nichts, und immer das selbe – das ideale Bild das meinem Spott gerecht wird.
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